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Motorsport-Club Kelheim von 1924 e.V. im ADAC
86 Jahre sind es her, seit einige motorsportbegeisterte Kelheimer Bürger im Jahre 1924 die ersten Schritte zur Gründung des Motorsport-Clubs Kelheim unternommen haben. Nach monatelangen Vorbesprechungen konnte man endlich für den 12. Februar 1925 zur offiziellen Gründungsversammlung einladen. Hierüber berichtet das
Auf Einladung des Reparaturwerkstättenbesitzers Jakob Eicher in Kelheim fanden sich am Donnerstag, den 12. Februar 1924 abends
8.00 Uhr im Gasthaus zum Schwan dahier eine Anzahl Herren ein, um über die Gründung  einer Vereinigung der sämtlichen Auto-
und Motorradbesitzer zu verhandeln.
Nach einleitenden Wortes des Einberufers ging man sofort zur Tagesordnung über. Nach längerer Aussprache wurde folgender
Beschluss gefasst:
"Die Gründung eines der Auto- und Motorradbesitzer vereinigenden Clubs in Kelheim wird beschlossen. Als vorläufiger Vorstand wird
der prakt. Arzt, Herr Dr. Donderer gewählt, dem als vorläufiger Schriftführer Herr Hans Thumser beigegeben wird. Nachdem aber der
Einberufer über Zweck und Ziel des Vereins sowie über eventuelle Rechte und Pflichten beim Allg. Deutschen Automobil-Club wenig
Aufschluss erteilen kann, soll in einer demnächst stattfindenden Versammlung hierüber weitere Aussprache herbeigeführt werden.
Herr Dr. Donderer soll inzwischen mit der zuständigen Stelle des ADAC ins Benehmen treten, um über die ganze Angelegenheit 
seinerseits referieren zu können".
Als Mitglieder schreiben sich sofort nachstehende Herren ein:
Berngruber Otto, Weißmüller Wilhelm, Wagner Georg, Amann Andreas, Seitz Ludwig, Dr. Donderer, Reichl Fr., Architekt, Braun Josef,
Thumser Hans, Stockinger Alfons, Meier Michael, Mechaniker, Bäuml Ludwig, Eicher Jakob, Bogner Franz, Wellner Lullus, Rieger
Eduard, Kräule Hans, Lang C.A., Schneider Michl, Reichl. Fr.
Der Zeitpunkt der nächsten Versammlung wird durch Ausschreiben im  Altmühlboten rechtzeitig bekannt gegeben.
   
Der Vorstand: Dr. Donderer, Wagner, Rieger gez. Thumser, Schriftführer
Vorstandsmitglieder im Gründungsjahr
1. Vorsitzender:
Dr. Donderer,
prakt. Arzt in Kelheim
2. Vorsitzender:
Andreas Amann
    Kassier:
Eduard Rieger
    Schriftführer:
Hans Thumser
1.
Sportleiter:
Jakob Eicher
2.
Sportleiter:
Georg Wagner
    Beisitzer:
Wilhelm Weißmüller Alfons Stockinger Ludwig Bäuml Lullus Wellner
Die in der Versammlung vom 5. März gewählte Vorstandschaft ergriff sofort die Initiative zur Festigung des Vereins. Als Monatsbeitrag wurden 50 Pfennige festgesetzt. Im "Altmühlboten" wurden die wesentlichen Zwecke und Ziele des Vereins dargestellt. Der Vereinsname sollte lauten: "Motor-Sport-Klub Kelheim". Bereits am 16. März 1925 wurde die Satzung errichtet und der korporative Anschluß an den ADAC beschlossen. Für die Clubabende wurde der 1. Montag im Monat bestimmt, die alle Vierteljahre bei einem anderen Clubmitglied gehalten werden sollten. Als erstes Vereinslokal wurde das "Cafe Amann" angemeldet.
Am 19. April 1925 fand bei günstiger Witterung die erste Werbefahrt statt. Am Start waren 4 Wagen und 14 Motorräder, darunter 2 solche mit Beiwagen. Die Strecke führte vom "Wörthplatz" über Saal, Hausen, Langquaid, Adlhausen, Rohr, Siegenburg, Abensberg (dort längere Rast) und zurück nach Kelheim. Die gefahrenen Zeiten waren so gut, daß man schon mehr von einer "Rennfahrt" als von einer Werbefahrt sprechen konnte. Aus den aufgetretenen Mängeln zog man sofort die Konsequenz mit dem Beschluß, künftig einen Mechaniker mit Werkzeugen im Schlußwagen unterzubringen. Spontan stellte Jakob Eicher sein Amt als 1. Sportleiter zur Verfügung um die Funktion des "Rennmechanikers" übernehmen zu können. Neuer Sportleiter wurde Ludwig Bäuml, der seinen Posten als Besitzer an den Abensberger Stark abtrat.
Die Abensberger Motorsportfreunde waren also sozusagen von Anfang an mit dabei. Es dauerte allerdings noch bis zum 7. April 1926, bis im Vereinsregister des Amtsgerichts Kelheim, Band 1 unter Nummer 19 eingetragen werden konnte:
"Motor-Sport-Club für den Bezirk Kelheim (ADAC) mit dem Sitze in Kelheim".
Im Mai 1925 trat der Motorsportclub Regensburg an die Kelheimer heran, sich der ADAC-Ortsgruppe Regensburg anzuschließen. Natürlich zeigten die Kelheimer die "kalte Schulter" waren aber bereit in sportlicher Hinsicht mit dem Regensburger Ortsclub zusammenzuarbeiten. Daraufhin lud der ADAC Regensburg, den MC Kelheim für den 23. August 1925 zu einer Ratisbona-Fahrt nach Regensburg mit Rennen am Ziegetsberg um den "Taxis-Pokal" ein, bei der Sportleiter Bäuml, Brettmeister Sallek, Sperger und Eicher als Preisträger hervorgingen, Die Regensburger versprachen die Teilnahme an einer Wertungsfahrt über 250 Kilometer im nächsten Jahr.
Nach mehreren Sportfahrten wurde das Jahr 1925 mit einer Gesellschaftsfahrt zum Oktoberfest in München am 26. und 27. September abgeschlossen, bei der einige Mitglieder auf der Festwiese respektable Höchstleistungen erzielt haben.
Am 2. November 1925 wurde beschlossen, im nächsten Sportjahr auf dem "Brandler Berg" ein Rennen unter der Bezeichnung "Kelheimer Bergrennen" abzuhalten. Der Zeitpunkt wurde dem Gau überlassen.
Erwähnenswert für das 1. Vereinsjahr 1925 wäre noch die Anregung des Clubs zum Erlaß einer ortspolizeilichen Verfügung zur Freigabe der jetzigen Donau und Altmühlstraße für den Kraftverkehr, sowie das "Sturmlaufen" gegen die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Donaubrücke auf vier Stundenkilometer. Mehrmals wurden im "Altmühlboten" aufklärende Artikel über die zunehmende Bedeutung des Straßenverkehrs durch die fortschreitende Motorisierung veröffentlicht. 2. Vorsitzender Amann führte sogar den Beschluß des Clubs herbei, die Errichtung eines Flugplatzes in Kelheim zu unterstützen.
Bei der Jahreshauptversammlung am 3. Januar 1926 wurde ein reichhaltiges Jahresprogramm beschlossen, unter anderem die Abhaltung von Versammlungen (Clubabenden) in Abensberg und die Schaffung eines Gutpunktsystems für die Teilnahme am Clubleben. Auswärtige sollten jeweils zwei, Ortsansässige einen Punkt erhalten. Die Beziehungen zum Regensburger Club wurden gefestigt, weitere Verbindungen mit auswärtigen Ortsclubs angeknüpft. Erstes großes gesellschaftliches Ereignis des neuen Jahres war der ADAC-Ball. Eine Tischstandarte wurde angeschafft. Fast jeden Monat waren Neuaufnahmen zu verzeichnen. Begehrte Sporttrophäen waren die ADAC-Plaketten, durch die die Teilnehmerzahl wesentlich gesteigert wurde. Aber auch die geselligen Ausfahrten erfreuten sich großer Beliebtheit.
Das 2. Ratisbona-Bergrennen fand am 8. August 1926 statt, in dessen Rahmen gleichzeitig die Clubmeisterschaft ausgetragen wurde. Zum Volksfest wurde am 9. August 1926 auf dem "Wörthplatz" eine Geschicklichkeitsfahrt veranstaltet. Um die gleiche Zeit fand eine Gaufahrt nach Kelheim statt mit großem Empfangsabend. Zahlreiche Privatquartiere wurden bereitgestellt. Am 4. September 1926 beteiligte sich der MC Kelheim an der Zielfahrt des Bayerischen Automobilclubs nach Berchtesgaden mit 18 Fahrzeugen und gewann unter 19 Clubs den 3. Preis. An zahlreichen überörtlichen Wettbewerben schnitten die Kelheimer gut ab, wobei einzelne Mitglieder auf eigene Kosten weite Reisen zu den Austragungsorten unternahmen. Auch im Jahre 1927 setzte sich die Auf-wärtsentwicklung fort. Mehr und mehr wurde der MC Kelheim das Sprachrohr für die Kraftfahrer und der Lehrmeister der Bevölkerung in Straßenverkehrsangelegenheiten, tatkräftig unterstützt durch die Heimatzeitung, den "Altmühlboten". Auf Anregung des Clubs veröffentlichte das Bezirksamt Kelheim in seinem Amtsblatt einen Artikel über "Die Unsitten der Kinder auf der Straße den Kraftfahrzeugen gegenüber". In zwei Kolonnen nahm der Club am 14. und 15. August 1927 an der Gaufahrt nach Passau teil. In einer mit Extraplakette ausgestatteten Herbstfahrt wurden alle Orte besucht, in denen Clubmitglieder wohnten. 
Seit 1925 war der MC jedes Jahr durch eine Delegation bei der Jahreshauptversammlung des ADAC-Gaues in München vertreten, um dort ihr demokratisches Stimmrecht auszuüben. Leider hatte im Jahre 1933 die Demokratie auch für den ADAC ein Ende durch die Gleichschaltung. Eine Ahnung hiervon läßt der Eintrag im Kelheimer Vereinsregister vom 16. Oktober 1934 aufkommen: "Der Verein führt nunmehr den Namen: Der Deutsche Automobilklub, Ortsgruppe Kelheim". Doch auch diese Zeit wurde überstanden. Wie "Phönix aus der Asche" erhob sich der MC Kelheim im Jahre 1949 wieder.
Vor 61 Jahren
Nach dem 2. Weltkrieg taten sich am 20. Oktober 1949 16 Kelheimer zusammen, um den MC Kelheim wieder zu gründen. Wahlleiter war der damalige 1. Vorsitzen-de des Ortsclubs Regensburg, Herr Köhlein. Als Vorstandschaft wurde gewählt:
1. Vorsitzender:
Franz Ehrnthaller
2. Vorsitzender:
Ludwig Seitz
Schriftführer:
Friedrich Kolb
Schatzmeister:
Michael Atterhuber
Sportleiter:
Hans Kobler
Beisitzer:
Dr. Sigmund Sommer Hans Heinrich
Dr. Mihatsch
Kassenprüfer:
Dr. Lengsfeld
Karl Strobl
Gleichzeitig gab sich der Verein eine neue Satzung. Am 30. Januar 1950 wurde der wieder gegründete Ortsclub unter neuem Namen in das Vereinsregister eingetragen:
"Motorsportclub Kelheim von 1924, Ortsgruppe des ADAC, mit dem Sitz in Kelheim".
Das Vereinsvermögen war gleich null. Doch sparsames Wirtschaften, zielstrebiges Planen, vorbildliche Leistungen der Mitglieder, gute Beziehungen zum ADAC-Gau Südbayern und nicht zuletzt das berühmte "kleine bißchen Glück" brachten den Verein zu ungeahnter Blüte.
Das Ratisbona-Bergrennen
So alt wie der Motorsportclub Kelheim von 1924 e.V. Ortsclub im ADAC, ist auch das weit über die Grenzen bekannt gewordene Ratisbona-Bergrennen. Beim ersten Rennen am 21. April 1924 stellten sich die Kelheimer Jakob Eicher senior und Dr. Sigmund Sommer der Konkurrenz und die beiden waren vom Pech verfolgt. Jakob Eicher hatte als Vereinsmechaniker alle Hände voll zu tun, um die Motorräder in Schuß zu halten und konnte deshalb nichtfahren. Dr. Sommer mußte sich wegen eines Fehlstarts auf nasser Fahrbahn mit dem 2. Platz begnügen. Später war er lange Jahre als Rennleiter beim Ratisbona-Bergrennen tätig. Inzwischen sind die Söhne der Gründungsmitglieder in die Fußstapfen der Väter getreten, die ihrerseits schon wieder ihre Söhne auf den Fersen haben; man könnte geradezu von einer "Kelheimer MC-Dynastie" sprechen.
24 Rennen haben bis einschließlich 1981 auf der traditionellen 3,7 Kilometer langen Strecke von Kelheim nach Ihrlerstein stattgefunden, die einen Höhenunterschied von 145 Metern aufweist und deren scharfe Kurven ausgefeilte Fahrtechnik erfordern.
Rennfahrer von internationalen Klang wie Rudolf Caracciola, Bernd Rosemayer, Hans Stuck, Sepp Greger, Mario Ketterer, Jochen Dauer, Peter Stürtz, Karl-Heinz Radünz, Toni Fischhaber, Georg Pedrazza und unser derzeitiger Rekordhalter Heinz Wengert bei den Wagenrennen, Gert Bender, Franz Rau, John
Dodds, Helmut Kassner, Toni Mang und unser derzeitiger Rekordhalter Dieter Braun bei den Motorrädern sowie die Gespannfahrer Enders/Engelhardt, Schau-zu/Kalauch, Steinhausen/Huber und Schwärzel/Hu-ber sind mit dem Ratisbona-Bergrennen eng verbunden.
Mehrmals wurden mit dem Rennen Läufe zur Deutschen Automobil-Bergmeisterschaft ausgetragen. Einen besonderen Anreiz bot der MC-Kelheim bis 1977 allen jungen Motorradfahrern, denn der Club ließ es sich etwas kosten, um einerseits dem Nachwuchs eine Chance zu geben, gleichzeitig aber auch Weltmeister zu verpflichten.
Ein Erlebnis waren immer wieder die Rennen der 500 ccm Gespannfahrer. 1977 waren jedoch die Motorräder und Motorräder mit Seitenwagen zum letzten Mal am Start. Die beiden letzten Rennen, das 23. und 24 Bergrennen in den Jahren 1979 und 1981, wur-den nur noch mit Wagen durchgeführt. Das für 1983 vorgesehene 25. Jubiläums-Ratisbona-Bergrennen konnte wegen der geplanten Straßenbauarbeiten an der Rennstrecke und größeren Umbauarbeiten auf dem Platz des Fahrerlagers nicht durchgeführt werden.